Eine Reliefdarstellung ist heutzutage schnell erzeugt – freie Geländemodelle und kostenlose GIS-Software eröffnen viele Möglichkeiten. Für die klassische physische Karte wird das Gelände mittels Schummerung und farbigen Höhenschichten visualisiert. Der Schummerung habe ich hier bereits mehr oder minder einen Beitrag gewidmet. Offen geblieben ist dabei genaue Farbgebung der Höhenschichten. Dies möchte ich nun nachholen und meine Farbpaletten vorstellen, welche ich aus mir bekannter Literatur und Atlanten abgeleitet habe. Vielleicht vereinfacht dies ja dem ein oder anderen seine Arbeit.

Höhenschichten

Bei Höhenschichten handelt es sich nach dem Lexikon der Kartographie und Geomatik um eine ein- oder mehrfarbige Flächentonabstufungen, die vorzugsweise in kleinmaßstäbigen Karten zur Reliefdarstellung angewandt werden. Zwischen den Höhenlinien wird die Fläche dafür mit einer Flächenfarbe versehen. Die Flächen werden nach den Regionalfarben eingefärbt: Zwischen Grün für Tiefland und Braun für Gebirge liegt Gelb und Gelbbraun. Das Braun wird bis Rotbraun gesteigert, so dass zusammen mit Blau für die Meeresflächen eine Spektralfarbenreihe entsteht.
Die Darstellung ist insofern verbesserungswürdig, dass sie lediglich die Höheninformation visualisiert, die Landbedeckung allerdings völlig außer acht lässt. Besser wäre eigentlich eine Kombination von Landbedeckung und Geländehöhe.

Regionalfarben

Die Regionalfarben gehen auf Emil von Sydow zurück, welcher für das Tiefland Grün (Wiesen) und für das Bergland und das Gebirge Braun (Gestein) als Leitfarbe festlegte. Diese Regelungen wurden durch die allgemeine Seherfahrung sowie die begrenzt Anzahl an Druckfarben im 19. Jahrhundert beeinflusst. Die mittleren Höhen wurden anfangs gar nicht eingefärbt, später setzte sich dann Gelb als typische Farbe durch.

Farbskalen für Höhenschichten

Die gebräuchlichsten Farbreihen richten sich meist nach den bereits erwähnten Regionalfarben und werden meist mit einer Schummerung kombiniert. Für die Schummerung kann ein grauer oder violett-grauer Schattenfarbton verwendet werden. Für die Meeresflächen wird oft ein Hellblau verwendet, welches nach Dunkelblau abgestuft werden kann um die Tiefeninformationen dazustellen.
Die oft in Schweizer Karten verwendete luftperspektivische Skala beruht auf der allgemeinen Seherfahrung, dass durch die Diffusion der Atmosphäre die Ferne stets bläulich verschleiert wirkt. Bei einer angenommenen Betrachtung aus großer Höhe erscheint deshalb das Tiefland grünlichblau bis blaugrün.

Abfolge der Farben für Höhenschichten nach Imhof (1), Alexander Schulatlas (2) und Diercke Schulatlas (3)

In der obenstehenden Grafik sind drei verschiedene Farbreihen dargestellt. Die kräftigen Farben (2, 3)  der deutschen Schulatlanten unterscheidet sich deutlich von der von der Eduard Imhof vorgeschlagenen Skala (1) der Schweizer Atlanten.
Die Grenze zwischen den Höhenschichten kann mittels einer Linie dargestellt werden, was aber eher selten geschieht. Eher verlaufen oftmals die Höhenschichten ineinander, was den Sachverhalt eigentlich korrekter darstellt, als eine ohnehin stark vereinfachte Linie einzutragen.

Die hier gezeigten Farbskalen habe ich versucht den benannten Atlanten nachzubilden. Sicherlich gibt es da noch einen gewissen Optimierungsbedarf, welcher insbesondere durch die Kombination mit einer Schummerung bedingt ist. Je nach Gelände kann es also sein, dass die Farben noch aufgehellt oder abgedunkelt werden müssen. Als Beispiel habe ich die drei folgenden Grafiken für die Sudeten aus dem EU-DEM erzeugt und die Farbskalen angewendet. Für eine gute Karte sollte man natürlich noch ein bisschen Generalisieren…

Einteilung der Höhenschichten

Zur Einteilung der Höhenschichten gibt es diverse Möglichkeiten. Allgemein durchgesetzt und von Eduard Imhof  gut begründet ist die folgende Reihe an Grenzwerten: 0 – 100 – 200 – 500 – 1000 – 2000 – 4000 Meter. Sie richtet sich nach der der weltweiten Verteilung der Landfläche und bildet so eine geometrische Reihe, wie man in seinem Buch zur Kartographischen Geländedarstellung nachlesen kann. Der Diercke-Atlas macht es trotzdem anders.

Umsetzung in QGIS

Um das Geländemodell einzufärben ist es notwendig die Rasterdaten zu klassifizieren. Am einfachsten kann man das mit der Option „Singelband pseudocolor“ umsetzen, in dem man die oben genannten Grenzwert einträgt und die Farben zuweißt. Als Ergebnis erhält man verlaufenden Höhenschichten, wie in den hier sichtbaren Beispielen. Möchte man klare Grenze sehen, dann sollte man die Daten mittels des Rasterrechners klassifizieren und kann einfach den Stil übernehmen. Um die Arbeit ein wenig zu vereinfachen kann man sich das ganze ebenfalls als QGIS-Stil speichern und bei Bedarf wieder laden. Wer mag kann sich meine Stile unter dem untenstehenden Link herunterladen.

QGIS Stile für farbige Höhenschichten